Wednesday, June 25. 2008
Free eBooks
Hier eine Auswahl an guter
und natürlich frei erhältlicher Lektüre aus dem Web über Themen wie "Web
2.0", "Social Software", "Word of Mouth",
"Communities" und und und...
o
The Essential Guide to Social Media
o
The Art and Science of Social Media
and Community Relations
o
The Art and Science of Blogger
Relations
o
Customer Service: The Art of
Listening and Engagement through Social Media
o Erfolgreich
mit neuen Medien
o Social Media Optimization (SMO)
Thursday, June 12. 2008
Brand Advocates Studie - Online Mundpropaganda
Yahoo Deutschland veröffentlichte vor kurzem eine
Studie über „Brand Advocates in Deutschland: Ihre besten Kunden“, in der die
Antworten von 761 Verbrauchern eines grossen Online-Panels ausgewertet wurden
(nicht repräsentativ). In der Tradition der Opinion Leader Forschung konnten so
22% Brand Advocates (Marktbeeinflusser) ausgemacht werden die
- sich für gesellige Menschen halten
- gerne über gute Marken sprechen
- oft mit anderen über Produkte sprechen, die
sie interessieren
- alles tun, um gute Marken und Produkte zu
empfehlen
- die von Dritten bezüglich
Technologie-Produkten um Rat gefragt werden
- früh neue Produkte ausprobieren
- von Natur aus „Anführer“ sind
Diese sind – wenig überraschend – männlich, zwischen 18
und 29 Jahre alt, Internet Heavy User und gut gebildet. Ausserdem nutzen sie
Online-Tools überdurchschnittlich häufig (mehrmals pro Woche):
- Ansehen eines Online-Videos (42% der
Advocates/22% der nicht Advocates)
- Austausch in einer Online-Community
(35%/21%)
- Aufsuchen von Blogs von Unbekannten
(23%/13%)
- Aufsuchen von Blogs von Freunden etc.
(35%/18%)
- Schreiben von Einträgen im eigenen Blog
(23%/14%)
- Schreiben von Kommentaren in Blogs
(20%/10%)
- Schreiben von Produktebewertungen (17%/7%)
Einzig die E-Mail Kommunikation wird von beiden zu 90%
mehrmals die Woche benutzt. Diese Zahlen erstaunen mich z.T. Kann es sein, dass
mehr Advocates ein eigenes Blog haben, als sie Kommentare in andere Blogs
schreiben? Möglich sicher, aber es erstaunt mich trotzdem. Ich bemängle
insofern auch die Offenlegung des methodischen Vorgehens. Man erfährt nichts
darüber, welche Kriterienwerte erfüllt sein müssen, damit jemand als Advocate
gilt, und wie die Datenerhebung sowie die Auswahl des Samples vollzogen wurde. Nunja,
trotzdem möchte ich noch einige weitere Resultate präsentieren. So konsumieren
Brand Advocates z.B. überdurchschnittlich häufig in den Bereichen Finanzdienstleistungen
/-Produkte, elektronische Geräte, Computer Zubehör, Games, Fintessausrüstungen
und Haushaltsgeräte. Für Kaufentscheidungen und -Empfehlungen üben sie
Kommunikationshandlungen ausserdem überdurchschnittlich häufig aus:
- Persönliche Gespräche (85%/76%)
- E-Mail Austausch (56%/38%)
- Bewertungen schreiben (45%/19%)
- Beantwortung einer Frage auf einer Website bezüglich
des gekauften Produktes (36%/18%)
- Besprechung des Produktes in einer Online
Community (33%/18%)
- Blog Eintrag erstellt (17%/10%)
Brand Advocats kommunizieren über alle
Produktkategorien hinweg deutlich mehr über die online Medien. 24% der
Advocates tauschen sich online über ihre Käufe aus, wohingegen es bei den Nicht
Advocates nur deren 11% sind. Die genutzten Informationsquellen vor dem Kauf
präsentieren sich wie folgt:

Ausserdem scheint sich durch diese Studie ein weiteres
mal zu bewahrheiten, was auch andere
Studienergebnisse bereits an den Tag gebracht haben: Konsumenten erzählen
anderen Leuten am liebsten von Produkten, wenn sie positive Konsumerfahrungen
gemacht haben. Ob da ev. die Vermeidung einer kognitiven Dissonanz im Spiel
ist?
Die Schlussfolgerung der Studie betrachtet die Brand
Advocates als gutvernetzte Meinungsführer, die starke Internet-User sind, die
sich insbesondere durch eine häufige Nutzung von sozialen Online-Netzwerken
auszeichnen.
(die Studie als PDF gibt es im Übrigen auf Anfrage hier).
Wednesday, May 14. 2008
Serie - Rezipienten von Corporate Blogs (Teil XI): Chancen und Risiken von Corporate Blogs
In zahlreichen Artikeln werden die
Vor- und Nachteile eines Einsatzes von externen Corporate Blogs als Instrument
für die Unternehmenskommunikation behandelt. Die Bandbreite der Argumentation
bewegt sich dabei zwischen einer enthusiastischen Sichtweise, die Corporate
Blogs als einen unabdingbaren Schritt in die Zukunft der
Unternehmenskommunikation betrachtet, und einer skeptischen Perspektive, die
die Weblog-Euphorie als momentanen Hype degradiert (vgl. z.B. Eck 2006; Eck
2007a; Fischer 2004; Lohmöller 2005; Möller 2005; Picot/Fischer 2006;
Przepiorka 2006; Röttger/Zielmann 2006; Zerfass 2005; Zerfass/Boelter 2005).
Für die vorliegende Studie sind vor
allem zwei Aspekte von zentraler Bedeutung. Erstens die Nutzung von
Mundpropaganda-Effekten und zweitens die Möglichkeit des Aufbaus einer
virtuellen Community.
Es wird vielfach argumentiert, dass
eine zielgruppenspezifische Optimierung der Kommunikation durch Corporate Blogs
auf Grund eines dispersen Internetpublikums nicht möglich sei (vgl.
Röttger/Zielmann 2006: 42). Dies mag insofern zutreffen, als grundsätzlich
jeder Internetnutzer Zugang zu einem Weblog-Auftritt eines Unternehmens hat. Andererseits
kann davon ausgegangen werden, dass nur diejenigen Personen zu den
wiederkehrenden Lesern eines Corporate Blogs zählen, die ein starkes
persönliches Interesse am Unternehmen oder an der kommunizierten Thematik
besitzen. Deshalb ist ein Dialog mit einer relativ kleinen, jedoch hoch
involvierten Kleinstzielgruppe durch Nischenpublikationen denkbar. Durch dieses
„Targeting“, die genaue Zielgruppenansprache, können Meinungsführer oder
Multiplikatoren, sogenannte „Customer Evangelists“, angesprochen werden, welche
den Corporate Blog, die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens gerne
weiterempfehlen (vgl. Bone 2006: 26 – 27; Brown 2006: 217; Eck 2007a: 42). Da
das Internet zunehmend die Zweiweg-Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren
Konsumenten oder anderen Anspruchsgruppen vereinfacht, werden Corporate Blogs
ein hohes Potenzial zur Verstärkung der interpersonalen computervermittelten
Kommunikation zugesprochen. Die vielfältigen Verlinkungen
innerhalb der Blogosphäre sowie die authentische, direkte und dialogorientierte
Kommunikation sorgen dafür, dass die Mundpropaganda in besonders effektiver
Weise zum Tragen kommt (vgl. Zerfass/Boelter 2005: 102). Märkte sind zu
Konversationen geworden, und Konversationen stimulieren die Mundpropaganda. Um
in der Blogosphäre und bei den vernetzten Konsumenten auf die
Konversationsagenda zu gelangen, müssen ihnen bloggende Firmen interessante
Neuigkeiten, Ideen, Geschichten und Informationen liefern, die sie sonst
nirgends erhalten und die so infektiös sind, dass sie sie automatisch mit
anderen Personen teilen wollen (vgl. Marsden 2006a: xxvi; Oetting 2006:
240/257; Locke et al. 2000; Wolff 2006b: 138). Darin liegt unter anderem die
Schwierigkeit, sich mit seinem Zielpublikum in einem fruchtbaren
Kommunikationsaustausch zu engagieren.
Natürlich besteht auch die Gefahr von negativer Mundpropaganda oder gar von negativen und angriffigen Kommentaren auf dem eigenen Corporate Blog. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass die negative Kommunikation über ein Unternehmen an anderen Orten der Internet-Öffentlichkeit stattfinden wird, wenn kein Corporate Blog existiert (vgl. Wolff 2006b: 138). Scott McNealy, ehemaliger CEO von Sun Microsystems, sieht dies pragmatisch und meint: „Always worry about what people aren’t telling you“ (zitiert nach: Ryan 2006: 51). Mit einem Corporate Blog bietet sich die Chance aus negativer Kritik zu lernen, sie gleichzeitig zu kanalisieren und ein allfälliges Problem relativ schnell durch aktive Beteiligung am Kommunikationsprozess und gegenseitige Verständigung zu lösen (vgl. Gillies 2005).
Corporate Blogs lassen sich sehr gut als
Instrument der Kundenbindung einsetzen, da einerseits durch die authentische,
direkte Darstellung des Unternehmens und die offenen Diskussionsmöglichkeiten
mit den potenziellen Kunden die Glaubwürdigkeit der Unternehmen unterstrichen wird
(vgl. Picot/Fischer 2006: 10 – 11). Des Weiteren verschafft der persönliche
Charakter der Corporate Blogs durch Transparenz, Offenheit und Nähe nicht nur
einen Imagegewinn, sondern auch positive Erfahrungen und dadurch mehr
Vertrauen, was eine wichtige Grundlage von Geschäftsbeziehungen darstellt (vgl.
Wright 2006: 54; Röll 2005: 92; Röttger/Zielmann 2006: 42). Unternehmen können
mit Corporate Blogs ausserdem die Markenbildung unterstützen, Themen und Ideen
platzieren und nicht zuletzt neue Produkte beziehungsweise Produktideen
vorstellen, welche im Dialog mit den Verbrauchern schnell getestet werden
können (vgl. Saal 2005: 20; Thommen 2005: 53).
Korgaonkar und Wolin (1999: 58) sind der Meinung,
die Fähigkeit, virtuelle Communities im Internet aufzubauen, die sich an der
sozialen Interaktions-Motivation der Kunden ausrichten, sei der zukünftige
Schlüssel zur Profitabilität für viele Unternehmen. Kommerziell initiierte
Online-Communities, wie im Bestseller „Net Gain“ von Hagel und Armstrong (1997)
propagiert, haben ihre Tauglichkeit bisher jedoch nicht beweisen können und
sind meistens gescheitert[1] (vgl. Eigner/Nausner 2003: 52; Rheingold 2000: 173). Auch für Corporate Blogs
scheint der Aufbau einer Online-Community im Sinne der Definition eher
unwahrscheinlich: „Eine Online-Community ist eine Gemeinschaft von Menschen,
die online (über ein entsprechendes Internet-Kommunikationssystem) in Kontakt
kommen und zur Erreichung bestimmter Ziele kooperieren“ (Leitner 2003: 17). In
einer solchen Online-Community treten die Teilnehmer grundsätzlich als
gleichberechtigte Kommunikationspartner auf. Bei Corporate Blogs findet aber
ein asymmetrischer Austausch statt. Deswegen ist für Corporate Blogs eher ein
„aufgweichter“ Community-Begriff denkbar, sozusagen als Stätte der Begegnung
und des Austausches, der die Kommunikationsteilnehmer an den Weblog und somit
an das Unternehmen bindet (vgl. Eigner/Nausner 2003: 57; Schneider 2003: 104).
Hat ein Corporate Blog jedoch einen immer wiederkehrenden Kern von Lesern, besteht darin durchaus die Gefahr, deren Reaktionen zu überschätzen, wodurch eine wirklichkeitsfremde Wahrnehmung erzeugt wird. Scoble und Israel (2006: 134) bezeichnen diesen Effekt als „Echo Chamber“: „Blogging can fool you. You may think you are conversing with the world, when it’s just a few people talking frequently, back and forth to each other, creating the illusion of amplification“.
[1] Ausnahmen bilden hier z.B. Foren auf
Websites von Medienanbietern wie „Spiegel.de“ oder „Gamestar.de“, wo
interessierte Leser über das Thema oder die Berichterstattung diskutieren
können.
Thursday, January 17. 2008
Plattform für Mundpropaganda
Wednesday, January 16. 2008
Positive und Negative Mundpropaganda
Ich habe
mir den Blogeintrag von Martin Oetting schon vor einiger Zeit in der Absicht auf die
Seite gelegt, um mich nach einem wissenschaftlichen Artikel umzuschauen,
welcher die Frage beantwortet:
Gibt es mehr positive oder mehr
negative Mundpropaganda?
Da ich ein
eigenes grosses Interesse daran hatte, diese Frage beantworten zu können, nahm
ich mir kürzlich in der Bibliothek meiner Uni eine Recherchen-Pause (nicht Pause
von der Recherche, sondern eine Pause vom Lernen, welche mit dem freudigen
Recherchieren verbracht wurde). Nun, die Pause dauerte nur 3 Minuten, schon
hatte ich gefunden, wonach ich gesucht habe. Natürlich will ich euch daran
teilhaben lassen, und fasse den Artikel kurz zusammen:
Die
Wissenschaftler (siehe unten für Quellenangabe) haben zwischen 2001 und 2003 mehrere Studien durchgeführt, in
denen Mundpropaganda über verschiedene Kategorien hinweg (Autos, Zahnarzt,
Kreditkarte, Internet Provider, Restaurants, Natel, etc.) untersucht wurde.
- Die
Resultate zeigen, dass im Ganzen positive Mundpropaganda (PWOM) über alle
Kategorien hinweg häufiger ist als negative Mundpropaganda (NWOM). Der Grund
dafür liegt darin, dass mehr Leute PWOM statt NWOM produzieren (Penetration),
als dass diejenigen die PWOM produzieren, häufiger etwas Positives
weitererzählen als diejenigen, die NWOM produzieren (Frequenz).
- PWOM ist
dabei im Schnitt (über alle Kategorien) 3-mal häufiger als NWOM.
- Leute die
sich in NWOM engagieren tendieren auch eher dazu PWOM zu generieren. Das
gleiche gilt für die Kategorien: In denjenigen Kategorien, die PWOM anziehen,
ist auch der Anteil an NWOM überdurchschnittlich hoch. Das heisst also, dass es
Personengruppen und Kategorien gibt, die generell mehr Gesprächsstoff produzieren
bzw. bieten.
- PWOM ist
durchschnittlich über alle Kategorien und Studien in 77% der Fälle mit der
momentanen „Hauptmarke“ der Befragten verbunden. Im Gegensatz dazu ist NWOM in
77% der Fälle mit einer anderen Marke als der momentanen „Hauptmarke“ verbunden
(unter Hauptmarke wird, so glaube ich, die Marke bezeichnet, die man momentan
besitzt, also z.B. einen Dell Computer, oder ein Nokia Telefon etc., im
Vergleich zu einem Produkt das man früher hatte, oder einmal kurz hatte oder
nie hatte).
- Das
Auftreten von PWOM, und manchmal von NWOM steht in positivem Zusammenhang mit
dem Marktanteil der Marke.
In der
Diskussion der Resultate offerieren die Autoren 6 „Propositions“:
1. Production
of WOM at an aggregate level depends on the relative importance of the category
to consumers, the difference between brands within the category and the
prominence oft he category in everyday
environment.
2.
Production of WOM at an individual level depends on the value, knowledge and
experience oft he category, as well as on the range oft he individual’s social
contacs.
3. Within a
category, the incidents (Penetration * Frequency) of PWOM and NWOM for each brand
tends to be a function of that brand’s market share.
4. The
ratio of PWOM to NWOM in a category increases when knowledge of negative
examples is limited.
5. A
measure combining the relative incidence and impact of PWOM and NWOM about
brands could be an indicator of future changes in brand sales.
6. The
impact of PWOM on brand choice is much the same as the impact of NWOM in
familiar categories.

Saturday, January 5. 2008
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