Wednesday, May 7. 2008
EU Parlament - Pro Blogosphäre
Der Kulturausschuss des EU-Parlaments will im Rahmen der Revision des Telekommunikationsgesetzes ("telecommunication rules") alternative Medienangebote wie Weblogs und Communities fördern, um einen kulturellen Pluralismus gewähren zu können. Veranlasst wurde der Vorstoss auf Grund der zunhemenden Konzentration traditioneller Medienanbietern. Dadurch werde die kulturelle Vielfalt gefährdet.
Der Kulturausschuss setzt dabei auf "bottom-up" Medien, welche in einem Bericht eigens definiert werden. Es handelt sich dabei nicht nur um neue digitale Medien wie Weblogs und Podcasts, sondern auch um terrestrische Radio- & TV-Programme und Printmedien. Auf Golem.de wird der Bericht folgendermassen zusammengefasst:
Der Entwurf des Berichts des Kulturausschusses enthält genaue Vorstellungen davon, wie "Community-Medien" auszusehen haben. Demnach arbeiten Community-Medien ohne die Absicht, Profite zu erzielen, überwiegend im öffentlichen oder privaten Interesse, ohne kommerziellen oder monetären Profit und verantworten sich gegenüber der Community, deren Interesse sie bedienen. Dies bedeute auch, "dass sie die Community über ihre Handlungen und Entscheidungen informieren, diese rechtfertigen, und im Falle eines Fehlverhaltens bestraft werden". Zudem sollen Community-Medien offen sein für die Teilnahme der Community-Mitglieder bei der Schaffung von Inhalten (Im Bericht auf Seite 5f. & 7).
Solche Medien "sind ein effektives Mittel, um die kulturelle und sprachliche Vielfalt zu stärken, die soziale Einbeziehung und die lokale Identität, was die Vielfalt des Sektors erklärt", heißt es im Bericht.
Zunächst zielt das Unterfangen darauf ab, den Community Medien zu einem rechtlich anerkannten Status zu verhelfen. Darüber hinaus geht es um die finanzielle Unterstützung:
Financial resources of CM can vary a lot but are in general rather scarce. EU funding can be an important source of revenue. Due to the fact that the sector is heterogeneous and the benefits of CM are widespread, the sector can benefit from a range of EU funding such as the European Regional Development Fund, the European Social Fund, Lifelong Learning Programme and others. However, only a minority of the sector has the knowledge and experience to apply for and to benefit from EU support. On the other hand, funding officers are also not aware of the breadth of CM’s potential. Thus, the scope exists to further integrate the concept of CM into EU support actions. Information on application to existing EU funding should be spread through a European internet-based source dedicated to CM.
Es wird in der Folge schwierig sein zu entscheiden, welche Angebote der ausgearbeiteten Definition von Community Medien entsprechen und somit in den Genuss von Fördergeldern kommen. Wie Golem richtig schliesst, würde die Umsetzung der Massnahmen "zu einer regulativen Teilung der Blogosphäre führen. Denn nur ein geringer Teil der Text-/Audio-/Video-Blogs würde der strengen Definition des Kulturausschusses genügen [...]".
Thursday, February 21. 2008
Blogmonitoring a la Kreml
Dass die Medien in Russland nicht frei sind wie ein in der sibirischen Flachlandschaft fröhlich herumhüpfender jugendlicher Polarhase ist wohl den meisten bekannt.
Ein frischer Gegenwind zur staatsmonopolisierten Medienlandschaft weht indes in der Blogosphäre - eine zu starke Westbise meint Putin. Es geht momentan v.a. um die Berichterstattung des Putin-Nachfolgers Medwedew. Während in den Leitmedien ein verschöntes Bild des zukünftigen Staatsoberhauptes gezeichnet wird, komponiert die russische Blogosphäre eine gänzlich andere - v.a. kritische, satirische und z.T. boshafte - Symphonie. Die Blogger erwartet zukünftig Ungemach vom väterchen Staat. Spiegel Online schreibt:
"Im Föderationsrat, dem Oberhaus des Parlaments, wird ein Gesetz erwogen, das alle Websites mit mehr als 1.000 Besuchern am Tag den gleichen Bestimmungen unterwerfen soll, wie sie für die Printmedien gelten. In der Web-Szene wird außerdem befürchtet, dass ein kürzlich novelliertes Gesetz zur Eindämmung von 'extremistischer Literatur' dazu benutzt werden könnte, kritische Blogger zu verfolgen.
Einige werfen dem Kreml vor, eigene Teams von Bloggern zu organisieren, die der Kritik an der Regierung begegnen sollen. Aber Stanislaw Belkowski vom Nationalen Strategischen Institut in Moskau sagt, dass diese Pro-Kreml-Blogger kaum einen Einfluss haben: 'Niemand interessiert sich für Leute, die dasselbe schreiben, was man in der Kreml-freundlichen Presse lesen kann.' "
Bleibt zudem abzuwarten, ob Google Yahoo und Co. nicht auch Kooperationen mit dem russischen Staat eingehen wie in China...
Sunday, January 6. 2008
Blocher 50 Cent
Schweizer Bundesräte in Facebook?
Kommunizieren die Schweizer Bundesräte bald über Facebook mit ihrem Volk? Kann ich mit Moritz Leuenberger um die Wette JetMan fliegen? Hab ich wohl die höchste Likeness in "the day after" mit dem trinkfesten Walliser Couchepin? Ist Calmy-Rey Flirtable? Alles ist möglich, denn:
Derzeit gibt es auf Facebook eine neue Gruppe, dessen Urheber folgendes beabsichtigt:
Um zu erreichen, dass der Bundesrat auch offiziell und somit als erste Regierung der Welt bei Facebook dabei ist, fügt bis zum 15. Januar einen oder mehrere Bundesräte zu euren Freunden dazu, damit der Bundesrat als weltweit erste Regierung auch über Facebook (56 Millionen Benutzer, darunter ca. 200'000 Schweizer) kommuniziert.
Wenn eines der Profile bis zum 15. Januar 717 Freunde verzeichnet, werde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um zu erreichen, dass mindestens einer der Bundesräte sein oder ihr Profil offiziell annimmt und es zur unmittelbaren Kommunikation mit den Benutzern von Facebook in der Schweiz oder überall einsetzt.
Alle Nachrichten, die auf den Seiten der Bundesräte hinterlassen werden, werde ich den richtigen Bundesräten weiterleiten, um sie davon zu überzeugen, dass sie sich hier unters Volk mischen sollen!!
Wenn ihr wollt, dass die Schweiz in der Welt auch für Wagemut und Kühnheit bekannt wird, sagt es auch euren Freunden weiter!! (übersetzung Nadine Buchmann; conseil.federal@hotmail.com)
Bereits kursieren im Netz einige Nachrichten, die diese Thema aufgenommen haben. Wer sich informieren möchte, tue dies hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Saturday, January 5. 2008
SVP Game
Im 20Minuten war es zu lesen und vieler andernorts im Internet war es ebenfalls das grosse Thema. Die SVP macht weiterhin negative Schlagzeilen mit ihrer geschmacklosen Wahlpropaganda. Neuester Coup ist das Flash-Game mit Zottel, dem Bauern-Maskottchen. Das spielen doch nur SVP-Fans!!! Weit gefehlt - SVP-unfreundliche Usernames lassen auf das Gegenteil schliessen. Ob dies wohl im Sinne der SVP war?

Ich gebe zu, ich hab das Spiel gespielt und es wurde mir bereits nach wenigen Minuten langweilig. Die SVP Projektmitarbeiter scheinen einen grossen Teil der Energie darauf verwendet zu haben, unterschwellige Propagandaeffekte zu erzielen. Dabei blieb der Spielspass auf der Strecke. Nein meine Herren, Damen und Zottels - so macht man keine positive online Mundpropaganda.




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