Tuesday, March 11. 2008
Studienergebnisse: Rezipienten von Corporate Blogs
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Eine quantitative Studie über die Rezipienten von Corporate Blogs -
Soziodemographisches
Profil, Nutzungsverhalten, Meinungsführerschaft, Nutzungsmotive und die
Zuschreibung von Glaubwürdigkeit.
Die Studie wurden im Rahmen der Master-Abschlussarbeit (bzw. Lizentiat) an der Universität Fribourg (CH) im Bereich "Organisationskommunikation" an der Fakultät "Medien- und Kommunikationswissenschaft" unter Betreuung von Prof. Dr. Diana Ingenhoff verfasst. Untenstehend ist eine Zusammenfassung der Studienergebnisse. Ein Executive Summary kann hier heruntergeladen werden. Weitere Infos über die Studie finden sich auch hier.
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Die Ergebnisse können wie folgt in Kürze zusammengefasst werden:
Die in dieser Studie untersuchten Rezipienten sind eine
hochspezialisierte Gruppe von jungen, gutgebildeten und informationshungrigen
Vielnutzern, welche Informationen über neue Kommunikations-Trends im Internet
und Inhalte aus Corporate Blogs aktiv über (digitale) interpersonale
Kommunikationskanäle weiterverbreiten. Guter Inhalt, Quellentransparenz und
eine Kommentarfunktion sind primäre Einflussfaktoren für die Glaubwürdigkeit
eines Corporate Blogs.
Zu den Nutzungsmotiven für das Lesen von Firmen-Weblogs gehören v.a. die allgemeine Informationssuche sowie die Beobachtung einer Branche. Es folgt die praktische Nutzungsmöglichkeit dank Archiv-, Tag-, RSS- und Suchfunktion. Noch vor der Suche nach Informationen über ein Unternehmen steht die Unterhaltungs-Motivation. Am wenigsten sind die Rezipienten an einem sozialen Austausch interessiert.
Der Grad an Meinungsführerschaft unter den Rezipienten von Corporate Blogs ist sehr hoch. Ein hoher Anteil an kommunikationswilligen Opinion Leaders unter den Rezipienten sorgt aus eigenem Antrieb für eine weitere Diffusion der Nutzung sowie den Inhalten von Corporate Blogs. Ausserdem nutzen die Opinion Leaders das Informationsangebot und die Kommentarfunktion überdurchschnittlich häufig und gehören selbst zu einem grossen Teil zu den Bloggern.
Für die Zuschreibung von Glaubwürdigkeit eines Corporate Blog sind in erster Linie der Inhalt sowie die Quellentransparenz ausschlaggebend. Abgesehen davon sind es vor allem die formalen Aspekte, die aus Sicht der Rezipienten für die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs wichtig sind. Eine offene Kommentarfunktion ist unerlässlich für einen glaubwürdigen Corporate Blog, weil sogar jene Rezipienten, die diese nur selten benutzen, eine offene Kommentarfunktion erwarten. Solange die inhaltlichen und formalen Aspekte erfüllt sind, ist der Autor für die Glaubwürdigkeitszuschreibung aus Sicht der Rezipienten nur nebensächlich. Trotzdem machen mehrere Autoren einen Corporate Blog glaubwürdiger, weil durch mehre Autoren auch eine breitere Themenvielfalt erreicht wird.
Im Grossen und Ganzen hat sich gezeigt, dass seitens der Rezipienten die Anforderungen an Corporate Blogs von denjenigen an herkömmliche Weblogs nur wenig abweichen. So bleibt ein Corporate Blog von der Charakteristik her ein Weblog. Ein glaubwürdiger Corporate Blog zeichnet sich vor allen durch die Beachtung der Regeln von herkömmlichem Weblogs aus. Dies bedeutet, dass die Regeln der Blogosphäre grösstenteils auch in der Corporate Blogosphäre gelten.
#1 - Ugugu said:
2008-03-12 07:58 - (Reply)
Nur etwas werden Corporate Blogs nie und nimmer bestitzen: Authenzität. Wenn ich mir Corporate Blogs im deutschsprachigen Raum anschaue, kommen mir maximal zwei oder drei einigermassen anständige Corporate Blogs in den Sinn. Der Rest sind mit Textmüll gefüllte Linkschleudern um Google anzulocken...
#1.1 - Sinnmacher said:
2008-03-12 13:58 - (Reply)
Na, ich weiss nicht, ob ich dem so zustimmen kann?! Es gibt meiner Meinung nach eine ganze Reihe von Corporate Blogs v.a. kleinerer Unternehmen, die eine beachtliche redaktionelle Leistung mit bestem Content an den Tag legen. Was sind denn Ihrer Meinung nach - werter Herr Ugugu - gute und schlechte Beispiele von Corporate Blogs?
#1.2 - Kerstin Plehwe said:
2008-05-05 17:31 - (Reply)
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Corporate Blogs sehr wohl authentisch sein können. Es ist allerdings in der Tat richtig, dass viele CBs - und auch andere Kommunikations-Maßnahmen von Unternehmen im WWW - zwar das Medium nutzen, dies aber immer noch mit den alten, herkömmlichen Marketing-Methoden . Dann bleibt natürlich auch die Authentizität und besonders der Dialog auf der Strecke und der Leser/Kunde fühlt sich nicht ernst genommen. Hier müssen viele Unternehmen noch eine neue, angepasste Form der Verbraucher-Kommunikation suchen (und finden). Alles übrigens auch nachzulesen in meinem aktuellen Buch ;-): http://blog.kerstinplehwe.de/das-pinocchio-paradox
#2 - Dominik said:
2008-05-06 10:05 - (Reply)
wäre dieser Kommentar denn eine solche "herkömmliche Marketing-Methode"? ;o) Für ein gratis Exemplar Ihres neuen Buches würde ich aber sonst gerne eine ausführliche Rezension darüber in meinem Blog schreiben. Der Kurzeschrieb des Buches hört sich auf jeden Fall vielversprechend an.