Wieder eine Studie, die man in die Thematik von "Weblogs und Journalismus - Adaption und Induktion" einreihen kann. Diesmal von der PR-Agentur Vibrio (im Auftrag von Oracle). Im Mai
2008 wurden deutsche Journalisten von IT-Fachmedien, Tageszeitungen,
Online-Medien und Rundfunk zu ihrer Erfahrung und Meinung in Bezug auf Web 2.0
befragt. Die folgende Analyse basiert auf einer Stichprobe von 82
Antworten. Hier nun die wichtigsten Ergebnisse:
- Die
Nutzung von Web 2.0-Tools unter deutschen Journalisten ist weit verbreitet:
Jeder Zweite nutzt typische Web 2.0-Werkzeuge mindestens einmal pro Tag.
- Die
wichtigsten Web 2.0-Werkzeuge sind Wikis, RSS Feeds und Blogs. Multimediale
Inhalte werden deutlich seltener genutzt. Soziale Netze sind unter den
befragten Journalisten weit verbreitet: Mehr als 60 Prozent sind Mitglied auf
Xing.
- Das
Nutzungsverhalten ist überwiegend konservativ, das heißt Web 2.0 wird schwerpunktmäßig
für Recherche-Zwecke eingesetzt. Die interaktiven Potenziale des Web 2.0 werden
von Journalisten derzeit noch kaum genutzt.
- Die
Akzeptanz von Web 2.0 reduziert sich heute vor allem auf „alte“ Web
2.0-Techniken wie Social Communities, Blogs und RSS. Demgegenüber ist zum Beispiel
Twitter ebenso wie die Diskussion um Social Media Releases noch weitgehend
unbekannt. Selbst Podcasts und Vodcasts werden nur selten genutzt. Das
Interesse an interaktiven und multimedialen Tools ist ebenso gering wie die Bereitschaft,
aktiv im Web 2.0 zu kommunizieren.
- Noch ist
Misstrauen gegenüber Web 2.0 weit verbreitet. Blogs und User Generated Content
leiden noch immer unter einem großen Glaubwürdigkeitsdefizit. Beklagt werden
vor allem das Fehlen journalistischer Standards und die Anonymität der
Informanten.
- Es gibt
keinen Zusammenhang zwischen dem Alter eines Journalisten und seiner Offenheit
für Web 2.0: Jüngere Journalisten sind nicht aktiver als ältere Kollegen.
Online-Journalisten sind erwartungsgemäß stärker im Web 2.0 engagiert als
Kollegen aus Print-Medien. Aussagen zur Aktivität von Rundfunk-Journalisten
können auf Grund des niedrigen Signifikanzniveaus nicht getroffen werden.
- Journalisten
erwarten von den Online-Angeboten der Unternehmen und Agenturen vor allem
klassische Services, wie Kontaktdaten, reprofähige Bilder zum Download und
Links auf weiterführende Informationen. Das Interesse an multimedialen Inhalten
(Vodcasts und Podcasts) ist vergleichsweise gering. Interessant ist, dass die
Verfügbarkeit von Kontaktdaten der PR-Agentur fast genauso stark gefragt ist
wie die Verfügbarkeit von Kontaktdaten der Pressestellen.
- Pressekonferenzen und andere Veranstaltungen werden
nach Einschätzung der befragten Journalisten künftig weiter an Bedeutung
verlieren. Wachsende Bedeutung kommt hingegen persönlichen Kontakten und von
Unternehmen und Agenturen komplett angelieferten Beiträgen zu.
Der
Geschäftsführer der Agentur vibrio, Dr. Michael Kausch, fasst die Ergebnisse
zusammen: „Web 2.0 wird die klassischen Instrumente der PR-Arbeit auf absehbare
Zeit sicherlich nicht ersetzen. Vielmehr belegen die Antworten der befragten
Journalisten den wachsenden Stellenwert direkter persönlicher Kontakte zwischen
Unternehmen und Agenturen auf der einen und Medienvertretern auf der anderen
Seite. Einige Web 2.0-Tools, wie zum Beispiel Blogs, Wikis und Social
Communities werden aber heute schon von Journalisten in erheblichem Umfang vorwiegend
zur Recherche genutzt. Andere Werkzeuge, wie das Social Media-Format, werden in
Zukunft an Bedeutung gewinnen. Web 2.0 ist also eine ergänzende Herausforderung
für moderne PR-Arbeit.“ (PDF zur Studie)
Via Styropor hab ich dann noch das hier gefunden: