Die Frage, welchen Einfluss Blogs auf das Kaufverhalten der Konsumenten haben, geistert in vielen Köpfen von Marketingverantwortlichen umher. Klar ist: Blogs haben einen Einfluss (sie werden ja auch gelesen). Unklar ist: Wie stark ist dieser Einfluss? Abschliessend beantworten wird dies auch der folgende Eintrag nicht. Aber eine repräsentative Studie von Ipsos und Hotwire (Deutschland, Frankreich, GB, Italien, Spanien; n=2214) gibt weitere Hinweise über die empfundene Vertrauenswürdigkeit von Weblogs.
30% der Deutschen gaben an, dass sie bereits Produkt oder eine Dienstleistung nicht gekauft hatten, nachdem sie einen negativen Kommentar im Netz gelesen haben. Auf der anderen Seite würden 56% der Deutschen ein Produkt eher kaufen, wenn sie einen positiven Eintrag darüber im Netz fänden. Digitale Mundpropaganda ist eben doch sehr oft positiv! Dabei spielt natürlich das Vertrauen in eine Informationsquelle eine grundlegende Rolle. Rund ein Viertel der Deutschen Internetnutzer betrachten Blogs als vertrauenswürdig, bei Kommentaren auf Verbrauchstest- und Preisvergleichportalen sind es gar 28%. Im Vergleich zu den klassischen Medienangeboten:
- Zeitungsartikel: 34%
- TV-Werbung: 15%
- E-Mail Marketing: 14%
Überraschendes Studienergebnis: Nur gerade 11% der Studienteilnehmer fänden Corporate Blogs als vertrauenswürdig. Viellicht liegt dieses schwache Abschneiden von Firmenblogs an der Feldzeit der Studie: 2006 - also schon etwas älter. Das Vertrauen und die Nutzung von Corporate Blogs (die ja oft Experten- oder Fachblogs sind, und nicht unbedingt ihr eigenes Unternehmen in den Vordergrund stellen) wird in der Zwischenzeit wohl etwas gestiegen sein. Ähnlich den zahlen zur europäischen Nutzung von Weblogs allgemein (unter den Internetnutzern). Die Studie präsentiert folgende Zahlen:
- GB: 14%
- Deutschland: 15%
- Italien: 15%
- Spanien: 16%
- Frankreich: 27%
Der europäische Durchschnitt liegt bei 17% und derjenige der aktiven Blogger bei 3% (Deutschland 2%).