Der Kulturausschuss des EU-Parlaments will im Rahmen der Revision des Telekommunikationsgesetzes ("telecommunication rules") alternative Medienangebote wie Weblogs und Communities fördern, um einen kulturellen Pluralismus gewähren zu können. Veranlasst wurde der Vorstoss auf Grund der zunhemenden Konzentration traditioneller Medienanbietern. Dadurch werde die kulturelle Vielfalt gefährdet.
Der Kulturausschuss setzt dabei auf "bottom-up" Medien, welche in einem Bericht eigens definiert werden. Es handelt sich dabei nicht nur um neue digitale Medien wie Weblogs und Podcasts, sondern auch um terrestrische Radio- & TV-Programme und Printmedien. Auf Golem.de wird der Bericht folgendermassen zusammengefasst:
Der Entwurf des Berichts des Kulturausschusses enthält genaue
Vorstellungen davon, wie "Community-Medien" auszusehen haben. Demnach
arbeiten Community-Medien ohne die Absicht, Profite zu erzielen,
überwiegend im öffentlichen oder privaten Interesse, ohne kommerziellen
oder monetären Profit und verantworten sich gegenüber der Community,
deren Interesse sie bedienen. Dies bedeute auch, "dass
sie die Community über ihre Handlungen und Entscheidungen informieren,
diese rechtfertigen, und im Falle eines Fehlverhaltens bestraft werden". Zudem sollen Community-Medien offen sein für die Teilnahme der Community-Mitglieder bei der Schaffung von
Inhalten (Im Bericht auf Seite 5f. & 7).
Solche Medien "sind
ein effektives Mittel, um die kulturelle und sprachliche Vielfalt zu
stärken, die soziale Einbeziehung und die lokale Identität, was die
Vielfalt des Sektors erklärt", heißt es im Bericht.
Zunächst zielt das Unterfangen darauf ab, den Community Medien zu einem rechtlich anerkannten Status zu verhelfen. Darüber hinaus geht es um die finanzielle Unterstützung:
Financial resources of CM can vary a lot but are in general rather scarce. EU funding can be an important source of revenue. Due to the fact that the sector is heterogeneous and the benefits of CM are widespread, the sector can benefit from a range of EU funding such as the European Regional Development Fund, the European Social Fund, Lifelong Learning Programme and others. However, only a minority of the sector has the knowledge and experience to apply for and to benefit from EU support. On the other hand, funding officers are also not aware of the breadth of CM’s potential. Thus, the scope exists to further integrate the concept of CM into EU support actions. Information on application to existing EU funding should be spread through a European internet-based source dedicated to CM.
Es wird in der Folge schwierig sein zu entscheiden, welche Angebote der ausgearbeiteten Definition von Community Medien entsprechen und somit in den Genuss von Fördergeldern kommen. Wie Golem richtig schliesst, würde die Umsetzung der Massnahmen "zu einer regulativen Teilung der Blogosphäre führen. Denn nur ein
geringer Teil der Text-/Audio-/Video-Blogs würde der strengen
Definition des Kulturausschusses genügen [...]".