Nicht oft wird die Energiebranche mit Lob überschüttet - vielmehr steht sie des öftern im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Deshalb - so meine ich - ist es sinnvoll den aktiven Dialog mit den Anspruchsgruppen zu führen. Gerade in sensiblen Branchen sehe ich grosses Potenzial im Rahmen des Web 2.0 für Verständnis durch Verständigung zu sorgen.
Zwei Beispiele aus der Schweiz machen es vor, wie es sein könnte. Axpo spricht auf energiedialog.ch mit seinen Kunden. Wer Köbi Kuhn auf Grund des momentanen Abschneidens der Schweizer Nati nicht über seinen Bildschirm huscheln sehen will, sollte den Blick auf die Flash-Seite jedoch meiden... Dennoch, die interaktive Seite lädt zu einer intensiveren Click-Tour ein - man kann sich bestens darauf verweilen. Doch die Seite bleibt eher spielerisch als wirklich informativ. Den offenen (reziproken) Dialog hab ich ebenfalls nicht gefunden, obschon man der Axpo (oder Köbi??) Fragen stellen kann, die dann hoffentlich beantwortet werden (habs nicht ausprobiert). Schliesslich kann man sich nach Feierabend an den Stammtisch begeben, um sich in Energiefragen zu testen. Alles in allem ein guter Schritt in die richtige Richtung - mehr (noch) nicht.
Als zweites Beispiel will ich die powernewz.ch von EWZ (Elektrizitätswerk Zürich) hervorheben. Rein vom Design her spricht es mich mehr an, obwohl es irgendwie ein Mischmasch zwischen Blog und einer normalen News-Seite mit Kommentarfunktion ist. Selbst beschreibt sich das EWZ-magazin folgendermassen:
"powernewz ist das Dialogmagazin von ewz. Mit Interviews, Porträts,
Tipps und Energie für Zürich und Graubünden. Im März, Juli und November
als Magazin, alle 14 Tage ein neuer Artikel als Zwischenstrom."
Gesamthaft ist dieser zweite Versuch informativer und sachlicher als die Axpo-Variante. Dennoch fehlt es mir an den Eigenschaften eines Blogs (Permalink, Tags, Tagcloud, umgekehrt chronologische Reihenfolge etc.), die diesen übersichtlich und gut für die Recherche thematischer und archivierter Artikel macht. Redaktionell wurde jedoch kaum an Aufwand gespart und auch an Prominenz mangelt es nicht. So findet sich in der aktuellen Ausgabe ein Interview mit Betrand Piccard (Stichwort: "Solarflugzeug"), in dem eine gute Mischung zwischen Text und Video gfunden wurde. EWZ scheint auf dem richtigen Weg zu sein.
(Zusatz: Dass nicht alle Freude an einem vermeintlichen Energiedialog haben, zeigt sich hier).