Von scholarz.net
habe ich heute die Mitteilung erhalten, dass die Closed Beta Version nun online
steht. Gespannt habe ich mich auf eine erste Erkundungstour durch das Wissenschafts-Kollaborations-Recherche-Tool
begeben. Es ist noch schwierig ein erstes Urteil zu fällen, da sich die
Datenmenge anderer User in Grenzen hält. Aber auf Grund der verfügbaren
Features kann das Potenzial erkannt werden:
- Erstellen von Forschungsprojekten (welche u.a. mit
Tags und einem Kurzbeschreib versehen werden können).
- Einladen von Forschungspartnern, sich ebenfalls fruchtbar
einzubringen. So sollen Forschungskollaborationen entstehen.
- Zu jedem Projekt können Quellenangaben zu Studien (aus
Journals) und anderen Publikationen hinterlegt werden. Durch die einheitliche
Eingabe in einem dafür vorgesehenen Formular soll ein Chaos der Zitierweise
vermieden werden (obs klappen wird?).
- Jede Publikation/Studie kann wiederum mit Tags
versehen werden und lässt Raum für Kommentare und weitere Bemerkungen (z.B. „Super
Zitat im 2. Kapitel über den Biorhythmus der kanarischen Feldmaus“…).
- Interessant wird’s dann auch unter der Option „Explore“.
Da werden einem die Funktionen von scholarz.net erklärt und zukünftige
Entwicklungen umrissen.
- Schliesslich kann man sich auch ein Backup sämtlicher
Daten seiner Projekte herunterladen. Aber einer der Vorteile von scholarz.net
liegt gerade darin, dass die Daten standordungebunden abrufbar sind.
Um zu einem Fazit zu kommen: scholarz.net ist ein
interessantes Projekt, das für Forschende mit einer partizipativen und
kollaborativen Grundhaltung - das Verwalten des wissenschaftlichen Knowhows
betreffend - fruchtbar eingesetzt werden könnte (ich denke da v.a. an
Doktoranden). Die Möglichkeit sich mit anderen zu vernetzen und sich in einem
Wissensaustausch zu engagieren eröffnet neue Möglichkeiten zur Nutzung von
Synergien. Wie bei jedem anderen Web 2.0 Projekt hängt aber auch hier alles von
den 1%-10%
der aktiven User ab, die den nötigen Grundstock an Content erarbeiten,
damit das ganze System funktioniert, und weitere User angelockt werden (wobei
davon ausgegangen werden kann, dass die aktive Partizipation in
Wissenschaftskreisen höher ist, als bei herkömmlichen Social Networks).
Für Neulinge auf einem Forschungsgebiet bietet
scholarz.net ausserdem eine weitere Möglichkeit zur Recherche aktueller und grundlegender
Artikel. Gerade für Abschlussarbeiten sehr interessant, da man sich innert
kürzester Zeit einen breiten Überblick verschaffen muss.
Schliesslich bin ich Neugierig, welche
Forschungsrichtungen am häufigsten bei scholarz.net angetroffen werden? Sind es
z.B. die Naturwissenschafter oder doch eher die in Web 2.0 Angelegenheiten
naturgemäss progressiven Kommunikationswissenschafter im Bereich der digitalen
Medien? Ich habe auf jeden Fall mal ein Corporate Blog Projekt gestartet, werde
in Zukunft dann und wann wieder mal bei scholarz.net vorbeischauen und mich des
stetigen Fortschritts vergewissern.