Dass die Medien in Russland nicht frei sind wie ein in der sibirischen Flachlandschaft fröhlich herumhüpfender jugendlicher Polarhase ist wohl den meisten bekannt.
Ein frischer Gegenwind zur staatsmonopolisierten Medienlandschaft weht indes in der Blogosphäre - eine zu starke Westbise meint Putin. Es geht momentan v.a. um die Berichterstattung des Putin-Nachfolgers Medwedew. Während in den Leitmedien ein verschöntes Bild des zukünftigen Staatsoberhauptes gezeichnet wird, komponiert die russische Blogosphäre eine gänzlich andere - v.a. kritische, satirische und z.T. boshafte - Symphonie. Die Blogger erwartet zukünftig Ungemach vom väterchen Staat. Spiegel Online schreibt:
"Im Föderationsrat, dem Oberhaus des Parlaments, wird ein Gesetz
erwogen, das alle Websites mit mehr als 1.000 Besuchern am Tag den
gleichen Bestimmungen unterwerfen soll, wie sie für die Printmedien
gelten. In der Web-Szene wird außerdem befürchtet, dass ein kürzlich
novelliertes Gesetz zur Eindämmung von 'extremistischer Literatur' dazu
benutzt werden könnte, kritische Blogger zu verfolgen.
Einige werfen dem Kreml vor, eigene Teams von Bloggern zu
organisieren, die der Kritik an der Regierung begegnen sollen. Aber
Stanislaw Belkowski vom Nationalen Strategischen Institut in Moskau
sagt, dass diese Pro-Kreml-Blogger kaum einen Einfluss haben: 'Niemand
interessiert sich für Leute, die dasselbe schreiben, was man in der
Kreml-freundlichen Presse lesen kann.' "
Bleibt zudem abzuwarten, ob Google Yahoo und Co. nicht auch Kooperationen mit dem russischen Staat eingehen wie in China...