Thursday, April 17. 2008
Twittoring = Twitter Monitoring / brauchts das?
Immer dieser Hype! Twitter hier Twitter da – tralala. Blogs
haben sich längst ihren Ruf als reputationsvernichtende Hobbyjournale erzürnter
Konsumenten hart erarbeitet. Ihre Anerkennung bekamen sie in Form von
ausgefeilten Methoden des Blogmonitoring. Manche meinen, man müsse den ganzen
Ozean an A, B, C, D, E, F… Z-Blogs ausfischen, um sich zukünftig in Sicherheit
zu wähnen. Anderen hingegen genügt es, Branchen- und Organisationsspezifische
A-Blogs auf dem Monitor zu haben (ich schliesse mich der zweiten Fraktion an).
Nun, jetzt will auch der kleine Bruder der Blogs – Twitter – den gebührenden
Respekt, den er verdient. Wer meint, nur Blogs monitoren zu müssen, irrt
vielleicht.
Auf ethority
und iBusiness
war kürzlich zu lesen, dass die Hamburger Morgenpost (MoPo) nun auch zu den twitternden Zeitungen gehöre
(andere: Focus, NZZ, Welt).
Am 8. April verkündete der MoPo-Twitter-Author, dass die Abendausgabe nicht wie
üblich erscheinen werde. Auf Anfrage an die MoPo-Redaktion distanzierte
sich diese vom Getwittere jedoch klar. Anscheinend habe sich ein erzürnter Mitarbeiter
auf Grund von geplanten
Rationalisierungen mit einem CD-gerechten Twitter-Account den Frust von der
Seele schreiben wollen (Stichwort: „Twitter-Highjacker“). Die Guerilla-Aktion
hatte auf jeden Fall ihre Wirkung und löste so einiges an
Anschlusskommunikation aus (z.B. hier, hier,
hier,
hier).
Nun stellt sich also die Frage, ob
Monitoring-Abeteilungen in Zukunft ihre Sensoren noch weiter ausfahren müssen?
Braucht es ein Twittoring? Die Beantwortung dieser Frage überlasse ich jedem
selbst. Wer noch kein Blogmonitoring praktiziert, braucht aber sicherlich nicht
mit Twitter zu beginnen. Im Interview mit iBusiness
meint Klaus Eck: „Wer seine
‚digitale Identität‘ wahren wolle, müsse zwangsläufig im webzwonulligen
Internet präsent sein und ein eigenes Social-Media-Profil anlegen“ (zitiert
nacht iBusiness).
Interessant werden Tweets bei sehr mundpropaganda-affinen
Branchen oder Marken (positiv
wie negativ). Wurde z.B. gerade eine Online-Kampagne gestartet, kann es von
Interesse sein zu erfahren, ob der Name der Firma/Produkt in der Folge häufiger
getwittert wird. Gut vergleichen lässt sich des Weiteren das Tweet-Volumen
verschiedener konkurrenzierender Firmen. Jacob
Morgan gibt eine Anleitung für die ersten Schritte. Inspiriert durch Brian
Solis & Jeff
Nolan stellt er einige Tools vor, wie man Twitter monitoren könnte. Weitere Tools gibt’s z.B. auch hier und hier.
Übrigens ist bis heute nicht klar, wer der MoPo-Twitterer ist. Cem Basman meint es zwar zu wissen, will es aber der Öffentlichkeit nicht mitteilen.

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