corporate blog studie
Kurze Zusammenfassung der Studie über die Rezipienten von Corporate Blogs
Das erste Forschungsziel dieser Arbeit bestand darin, ein soziodemographisches Profil der Corporate Blog-Rezipienten zu erstellen. Werden die Ergebnisse generalisiert so ist der durchschnittliche Nutzer männlich, zwischen 20 und 30 Jahre alt, gut gebildet und in einer mittleren bis hohen beruflichen Stellung. Ausserdem – das zeigen die Resultate des Nutzungsverhaltens – handelt es sich um tägliche Internetnutzer, von welchen über zwei Drittel täglich neue Einträge von Corporate Blogs lesen. Die Möglichkeit der aktiven Partizipation am Dialog wird jedoch nur von einem geringen Teil wahrgenommen. 44% der Nutzer schreiben mindestens monatlich und 56% mindestens einmal im Quartal oder seltener bis nie Kommentare. Es erstaunt indes nicht, dass sich die Blogger unter den Befragten (40%) mit einer (signifikant) überdurchschnittlich hohen Kommentarfrequenz auszeichnen. Des Weiteren halten sich die berufliche und private Nutzung von Corporate Blogs in etwa die Waage.
Es war ein weiteres Ziel dieser Studie das Innovationsdiffusions-Modell von Rogers auf die Nutzung von Corporate Blogs anzuwenden. Es wird sich zeigen, ob der alternative Kommunikationskanal den Zugang zu einer breiteren Masse der Anspruchsgruppen finden wird. Ideale Voraussetzungen dafür sind auf jeden Fall gegeben. Ein hoher Anteil an kommunikationswilligen Opinion Leaders unter den Rezipienten sorgt aus eigenem Antrieb für eine weitere Diffusion der Nutzung sowie den Inhalten von Corporate Blogs. Ausserdem nutzen die Opinion Leaders das Informationsangebot und die Kommentarfunktion (signifikant) überdurchschnittlich häufig und gehören selbst zu einem grossen Teil zu den Bloggern. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass diese „Meinungsmacher“ Inhalte aus Corporate Blogs in ihren eigenen Weblogs durch Online-Mundpropaganda weiterverbreiten. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Innovativität und dem Grad an Meinungsführerschaft konnte durch die erhobenen Daten nicht nachgewiesen werden.
Ein weiteres Forschungsziel bestand darin, die Motive für die Nutzung von Corporate Blogs zu ergründen. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Mehrheit der Rezipienten durch eine instrumentelle Zuwendungsentscheidung animiert wird. Das generelle und aktuelle Informationsangebot erfreut sich dabei grösster Beliebtheit. Es folgen branchenspezifische Nachrichten und die praktische Nutzungsmöglichkeit dank Archiv-, Tag-, RSS- und Suchfunktion. Noch vor der Suche nach Informationen über ein Unternehmen steht die Unterhaltungs-Motivation. Am wenigsten sind die Rezipienten an einem sozialen Austausch interessiert. In Verbindung mit der tiefen Kommentarfrequenz der Nutzer wirken die Studienergebnisse ernüchternd. Die vielgepriesene Dialogizität des Mediums ist demnach eher praktizierter Zweck-Idealismus an Stelle von Realität. Die Nutzer mit einer höheren Wertschätzung des sozialen Austauschs gehen ihren Interaktions-Bedürfnissen konsistenterweise mit (signifikant) überdurchschnittlich häufigem Kommentieren nach. Dennoch überwiegt die einseitige und bequeme Informationsbeschaffung der Rezipienten bei weitem. Je höher die generelle Informations-Motivation ist, desto höher ist auch die Nutzungsfrequenz. Weitere signifikante Korrelationen zwischen den Nutzungsmotiven und der Nutzungsfrequenz konnten durch die statistische Analyse der erhobenen Daten nicht nachgewiesen werden.
Die präsentierten Ergebnisse machen deutlich: Die in dieser Studie untersuchten Rezipienten sind eine hochspezialisierte Gruppe von jungen, gutgebildeten und informationshungrigen Vielnutzern, welche Informationen über neue Kommunikations-Trends im Internet und Inhalte aus Corporate Blogs aktiv weiterverbreiten.

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